Goldene Mistkäfer verliehen
Am 10.05.2007 wurden im Kulturkeller der Gemeinde Riedlingsdorf die „Goldenen Mistkäfer“ für besondere Leistungen im Bereich der burgenländischen Abfallwirtschaft verliehen. Die Auszeichnungen gingen an die Gemeinden Königsdorf und Schattendorf, die Volksschule Riedlingsdorf, die Hauptschule Neudörfl, das BRG Oberpullendorf, das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt und Hrn. Karl Kappel aus Güssing.
Gemeinde Königsdorf
Zusätzlich zu einer vorbildlichen Infrastruktur versucht die Gemeinde Königsdorf mit dem Projekt „Sauberes Dorf“ eine ökologische Vorbildfunktion einzunehmen. In dieses Projekt wird die gesamte Bevölkerung von Königsdorf eingebunden: Die Aktion „Jugend räumt auf“ sorgt jedes Jahr im Frühjahr für eine Flurreinigungsaktion in der Gemeinde. Bei der jährlichen Autowrackentsorgung werden die Autowracks direkt ab Haus kostenlos abgeholt. Am Friedhof werden zusätzlich zum vorhandenen Trennsystem die Kränze von den Gemeindearbeitern in biogene Materialien, Wertstoffe und Restmüll zerlegt. Der gesamte Grün- und Strauchschnitt wird zum Kompostieren im Abwasserverband Bezirk Jennersdorf verwendet. Größere Sträucher, Thujenhecken und Christbäume werden geshreddert und in der Fernwärmeanlage verwertet. Jeden Freitag werden von den Gemeindearbeitern die öffentlichen Wege und Anlagen von Verunreinigungen gesäubert. Weiters werden die Abfallbehälter überprüft und entleert. Ein Bauschuttzwischenlager, Abholung von Sperrmüll bei älteren Personen, die Entsorgung von Grün- und Strauchschnitt durch einen Landwirt und die Aktion „Feste feiern ohne Müll“ sind die Projekte, die in nächster Zukunft in Angriff genommen werden.
Gemeinde Schattendorf
Die Gemeinde Schattendorf gehört zu den Vorreitern, was die Errichtung der abfallwirtschaftlichen Infrastruktur betrifft. Schattendorf besitzt bereits seit 1996 eine den Anforderungen entsprechende und vorbildlich geführte Altstoffsammelstelle. Die Bevölkerung hatte daher als eine der ersten eine optimale Möglichkeit, Altstoffe getrennt zu sammeln und einer ökologischen Verwertung zuzuführen. Eine vor allem aus wirtschaftlichen Überlegungen optimale Lösung wurde für den Bereich Bauschutt gefunden. Hier wurde mit den Partnergemeinden Loipersbach und Baumgarten ein gemeinsames Baurestmassenzwischenlager errichtet. Das gut geschulte Personal auf der Abfallsammelstelle sorgt für einen optimalen Betrieb und ist gleichzeitig erster Ansprechpartner für die Bevölkerung in abfallwirtschaftlichen Fragen. Darüber hinaus wird versucht, die Bevölkerung bei diversen Aktionen zur aktiven Teilnahme an den Umweltschutzmaßnahmen zu motivieren. Die Abhaltung von regelmäßigen Flurreinigungsaktionen und die Berücksichtigung ökologischer Aspekte bei den diversen Veranstaltungen in der Gemeinde gehören bereits zum Standard und sollen in Zukunft noch weiter ausgebaut werden.
Volksschule Riedlingsdorf
Die Volksschule hat sich im Rahmen eines Projektes speziell mit dem Thema „Abfallvermeidung und Abfallverwertung“ beschäftigt. In einem Workshop haben die Kinder von einem Abfallberater des BMV das richtige Mülltrennen erlernt. Im Rahmen einer Kompostparty wurde gemeinsam das richtige Aufsetzen eines Komposthaufens geübt. Diese Erfahrungen wurden dann an die gesamte Dorfbevölkerung in Riedlingsdorf weiter gegeben. Die Schüler haben den Kompostratgeber des BMV an die Haushalte in Riedlingsdorf verteilt. Weiters wurde das Mülltrennverhalten in der Gemeinde erhoben. Die Kinder der 1. Klasse sind in der Pause als Müllpolizei unterwegs. Sie sammeln den Müll und sortieren ihn nach den gelernten Gesichtspunkten. Im Rahmen des Kochunterrichtes lernen die Kinder aus Resten ein schmackhaftes Restlmenü zu bereiten. Die Ergebnisse des Projektes sowie der einstudierte Müllsong wurden allen Gemeindebürgern beim großen „Zwieflerfest“ präsentiert.
Hauptschule Neudörfl
Die Hauptschule Neudörfl beschäftigt sich bereits mehr als 10 Jahre intensiv mit dem Thema „Müllvermeidung und Mülltrennung“. In den letzten beiden Jahren wurden die Anstrengungen intensiviert und strukturiert. Für die gesamte Schule wurde gemeinsam mit dem Burgenländischen Müllverband ein Abfallwirtschaftskonzept erstellt und in der Praxis umgesetzt. Alle Klassen der Hauptschule Neudörfl nehmen an einem Workshop zum richtigen Mülltrennen teil. Die 3c Klasse hat im Frühjahr 2006 gemeinsam mit ihren Klassenlehrerinnen begonnen, zusätzlich dazu spezielle Projekte durchzuführen. Exkursionen, Info-Stände, Flurreinigungsaktionen, Müllquiz und Verteilung von Informationsmaterialien zum Thema „Schenken ohne Müll“ in den Einkaufszentren kurz vor Weihnachten 2006 seien hier nur stellvertretend genannt. Bis zum Ende der 4. Klasse soll die Aktion weitergeführt und durch Aktivitäten wie z.B. „Feste feiern ohne Müll“ ergänzt werden.
BRG Oberpullendorf
Im BRG Oberpullendorf beschäftigt sich die Werklehrerin Frau Mag. Renate Mayrhofer schon seit Jahren mit der Verwendung von umweltfreundlichen Materialien und der Herstellung von recyclebaren Produkten. So werden im Rahmen des Werkunterrichtes
Gebrauchsgegenstände aus bereits verwendeten Materialien -wie Planen, Poster und Verpackungen- hergestellt. Dabei wird das Interesse der Schüler für wiederverwertbare Materialien geweckt. Die gereinigten Verpackungen müssen dabei nach Entwurf weiter verarbeitet werden. Dabei werden bereits verwendete Materialien bewusst neu eingesetzt und verändert. Dadurch wird die eigene Kreativität der Schüler gefördert, da die individuellen und kreativen Gestaltungsmöglichkeiten offen gelassen werden. Die Herstellung einer Geldbörse aus Verbundkartons (Getränkekartons) ist ein gutes Beispiel für die Veredelung von Abfallmaterialien.
Mit diesen Aktivitäten wird langfristig und nachhaltig das pädagogische Ziel verfolgt, die Schüler für den ökologischen Aspekt in der Materialwirtschaft zu sensibilisieren.
Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, Eisenstadt
Den Krankenhäusern generell kommt im Hinblick auf die Abfallerzeugung eine immer gewichtigere Bedeutung zu. Der Trend zu Einmalprodukten ist nicht abwendbar und Ursache für das kontinuierliche Ansteigen der Entsorgungskosten. Die jährlichen Ausgabensteigerungen von bis zu 7 % waren Auslöser für die Initiierung einer Kostenanalyse. Die Ergebnisse der Erhebung waren in der Folge Basis für die Umsetzung von Verbesserungs- und Optimierungsmaßnahmen. Die Sammelgefäße wurden hinsichtlich der Größe und der Anzahl optimiert und Abholrhythmen neu festgelegt. In einer Schulungsaktion wurden die Mitarbeiter in der richtigen Abfalltrennung unterrichtet. Abfalltrennblätter wurden erstellt und direkt beim Sammelbehälter zur Information angebracht. Im gesamten Haus wurde ein durchgängiges Abfallsammelsystem eingerichtet. Einheitliche, gut gekennzeichnete Abfallbehälter wurden aufgestellt, ein besonderes Augenmerk wurde darauf gelegt, das Farbleitsystem des BMV zu übernehmen. Neben den Maßnahmen zur Trennung der Abfälle, kommt der Abfallvermeidung bei der Beschaffung eine besondere Bedeutung zu. (Bsp.: Um den Patienten Wasser bzw. Tee für die Deckung des täglichen Flüssigkeitsbedarfes zu ermöglichen, wurde ein System mit wieder befüllbaren 19 l Ballons gewählt, wo der Patient über einen Cooler nach individuellem Wunsch gekühltes Wasser oder Teewasser entnehmen kann.) Die umgesetzten Maßnahmen führten zu einem positiven Zugang der Mitarbeiter zur Thematik der Abfalltrennung. Die Schaffung einer geeigneten Infrastruktur durch Bereitstellung von einheitlichen und gut beschrifteten Abfallsammelsystemen war ein weiterer Ansporn das Abfallwirtschaftskonzept auch umzusetzen. Durch diese Bemühungen wurde das kontinuierliche Ansteigen der Entsorgungskosten angehalten, darüber hinaus wurden 2005 um 2 % weniger Mittel für die Entsorgung von Abfällen ausgegeben als 2004.
Hr. Karl Kappel
Herr Kappel ist der Verwalter des Güssinger Bergfriedhofes. Ihm ist es durch seine jahrelange Tätigkeit gelungen, weitgehend Ordnung und Sauberkeit am Güssinger Friedhof zu schaffen, wo früher meist gerade das Gegenteil der Fall war. Er hat die Ablagerungsplätze für Erde und Blumen (Komposttrog) für Kränze, Kunststoff und Restmüll auffällig gekennzeichnet und fordert die Friedhofbesucher und Grabstätteninhaber bei jeder Gelegenheit höflich aber bestimmt zur Mülltrennung auf. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass Abfälle hinter fremde Gräber geschmissen werden und die Mülltrennung missachtet wird. Dann verbringt er viele Stunden an Abenden und auch an Sonn- und Feiertagen am Friedhof um Fehlwürfe zu korrigieren und an Wegen oder hinter Grabsteinen gelagerten Abfall einzusammeln. An besonderen Tagen (Allerheiligen, Muttertag u.dgl.) sorgt er vor, dass eine ausreichende Zahl an Ständern mit Säcken an gut sichtbaren Stellen aufgestellt sind, samt Beschriftung, was in diese Säcke gehört.
Preistraeger.pdf (24.9 kB)








