Verleihung

Am 10.05.2006 wurden in der Volksschule Marz die "Goldenen Mistkäfer" für besondere Leistungen im Bereich der burgenländischen Abfallwirtschaft verliehen. Die Auszeichnungen gingen an die Stadtgemeinde Pinkafeld, die Gemeinde Marz, die Hauptschule Eisenstadt, die Fa. Masterfoods und Hrn. Günter Ressler vom Wohnheim Großpetersdorf.
Stadtgemeinde Pinkafeld
Die Stadtgemeinde Pinkafeld ist ein abfallwirtschaftlicher Pionier unter den bgld. Kommunen. Bereits Mitte der 80-iger Jahre hat die Stadtgemeinde Pinkafeld als einzige Gemeinde einen eigenen Abfallberater beschäftigt. Vom Abfallberater Dieter Hofmann wurden zahlreiche Aktionen in der Gemeinde durchgeführt. Kompostparties, Info-Veranstaltungen, Flurreinigungen und ähnliche Aktivitäten standen jährlich auf der Tagesordnung. Die Erfahrungen der Stadtgemeinde Pinkafeld bildeten im Jahr 1990 eine der wesentlichen Grundlagen für die Umsetzung der landesweiten Abfallberatung im Burgenland durch den Burgenländischen Müllverband. Im Jahr 1992 war die Stadtgemeinde Pinkafeld eine von drei Pilotgemeinden, in denen das System der getrennten Müllsammlung für das Burgenland getestet wurde. Heute verfügt Pinkafeld über eine vorbildliche abfallwirtschaftliche Infrastruktur.
Gemeinde Marz
Die Gemeinde Marz hat im Industriezentrum eine moderne Abfall- und Problemstoffsammelstelle errichtet. Damit wurde eine optimale Möglichkeit geschaffen, Altstoffe getrennt zu sammeln und einer ökologischen Verwertung zuzuführen. Für die Entsorgung von Bauschutt sorgt die Fa. Berger, die im Industriezentrum von Marz ein Baurestmassenzwischenlager errichtet hat. Die mineralischen Baurestmassen werden aufbereitet und einer Wiederverwertung zugeführt.
Die für die Führung der Sammelstelle zuständigen Mitarbeiter der Gemeinde Marz nehmen regelmäßig an den vom BMV und Land Burgenland abgehaltenen Schulungen teil.
Weiters hat die Gemeinde die Sicherung der Altlast im Granatalgraben durchgeführt, wo in den 60-iger und 70-iger Jahren Haus und Sperrmüll aus 6 Gemeinden des Bezirkes übernommen wurde. Um etwaige Beeinträchtigungen der Umwelt durch die Ablagerungen zu minimieren, wurde an der Oberfläche eine mineralische Dichtschicht aufgebracht. Zur Kontrolle inwieweit noch Beeinträchtigungen von der Deponie ausgehen wurden 3 Grundwassersonden errichtet und das Grundwasser wird 2 x pro Jahr über einen Zeitraum von insgesamt 10 Jahren beprobt.
Hauptschule Rosental, Eisenstadt
Mit der Aufführung des Mitweltmusicals „5 nach 12“ von Gerhard Krammer versuchte die Musik-Hauptschule Rosental im Jahr 2005 gezielt ein jüngeres Publikum anzusprechen. In weiterer Folge sollten Ensemble-Mitglieder auch die Erwachsenen und Jugendlichen für das heikle Thema Mitwelt sensibilisieren. Im Rahmen der Vorbereitungen arbeiteten die Schüler fächerübergreifend zum Thema „Unsere Umwelt“. In diversen Workshops und Projekten wurde die Problematik erarbeitet.
Praktische Übungen zur richtigen Mülltrennung standen dabei ebenso auf dem Programm wie Exkursionen zu abfallwirtschaftlichen Einrichtungen und umweltrelevante Fachvorträge.
Alle SchülerInnen der Musik-Hauptschulklassen waren an der Erarbeitung und Durchführung des Musicals in irgendeiner Form beteiligt, sei es als Hauptdarsteller, Chorsänger, Tänzer, Orchestermitglied, Beleuchter oder Maskenbildner. Alle fünf Aufführungen im Juni waren ausverkauft, sodass ein großer Personenkreis mit dem Thema konfrontiert und sicherlich auch für das Thema sensibilisiert wurde.
Fa. Masterfoods (seit 2003 ISO 14001 zertifiziert)
Die Fa. Masterfoods verfolgt seit Jahren konsequent das Ziel der Umsetzung einer ökologischen Abfallwirtschaft. Das Ziel dieser Bemühungen ist es, die Papier- und Kunststoffabfälle zu reduzieren, die Mülltrennung durch Schulung der Mitarbeiter zu forcieren, die Produktionsabfälle zu reduzieren, den Überverbrauch an Rohstoffen zu minimieren und die unvermeidbaren Produktionsabfälle der externen Verwertung als Trockenfutter für Nutztiere zuzuführen. Die abfallwirtschaftlichen Parameter zeigen eindrucksvoll den Erfolg dieser Bemühungen: u.a. wurden der Karton- und Kunststoffabfall um 50% reduziert. Der Anteil der unverwertbaren Siedlungsabfälle in Gesamtabfall konnte von 42% auf rund 34% verringert werden und die Rohstoffverluste verringerten sich von 15 auf 4%. Das gesamte Maßnahmenpaket hatte auch positive Auswirkungen auf das finanzielle Betriebsergebnis, denn es brachte einen signifikanten Rückgang der Entsorgungskosten.
Hr. Günter Ressler, Wohnheim Großpetersdorf
Günter Ressler ist Bewohner eines Wohnheims des Gesundheitsforums Burgenland in Großpetersdorf. Das Heim ist Anlaufstelle für Menschen mit psychischen Problemen. Derzeit leben 50 Menschen in dem Heim. Sie nehmen tagsüber an verschiedenen Beschäftigungstherapien teil. Da viele Bewohner nicht in der Lage sind den Müll richtig zu trennen, gab es immer wieder Probleme bei den Mülltonnen. Die Restmülltonne war meistens überfüllt und in den Altstofftonnen waren überdurchschnittlich viele Fehlwürfe. Seit Herbst des Vorjahres beschäftigt sich Günter Ressler auf freiwilliger Basis mit der Lösung dieses Problems. Er betreut die Sammelstelle vorbildlich, sortiert Fehlwürfe aus den Altstofftonnen aus und weist seine Mitbewohner auch ständig auf das richtige Mülltrennen hin. Seither sind die Probleme auf der Sammelinsel verschwunden. Die Restmülltonne quillt nicht mehr über und die Altstofftonnen weisen kaum noch Fehlwürfe auf. Besonders hervorzuheben wäre noch, dass Günter Ressler diese Arbeit auch an Wochenenden und in seiner Freizeit durchführt.
Preistraeger_05.pdf (20.3 kB)








